Praxis

SEXUALITÄT IM KINDES- UND JUGENDALTER

Seit Praxiseröffnung beobachte ich zunehmend, dass das Thema Sexualität in der Therapie mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen immer größeren Raum einnimmt. Kinder, Jugendliche und Eltern sind zunehmend verunsichert und haben viele Fragen zu diesem Thema.

Die Psychotherapie kann eine Möglichkeit sein, über diese Themen zu sprechen.

Auf der einen Seite beobachte ich, dass sich Jugendliche immer früher sexuell verhalten.

Auf der anderen Seite fühlen sich viele junge Menschen noch gar nicht bereit für Sexualität, werden aber trotzdem überall und ständig mit diesem Thema konfrontiert, was zu Stress, Ängsten, Zwängen oder auch Traumatisierung und Depression führen kann.

Insbesondere die sozialen Medien haben hier einen großen Einfluss.

Partnerschaften finden immer häufiger online statt, was eine Herausforderung darstellt.

Immer mehr Jugendliche erleben digitale sexuelle Übergriffe, z. B. durch anzügliche Chatnachrichten, indem Ihnen ungefragt Nacktbilder geschickt werden oder indem sie erpresst werden, intime Fotos oder Videos von sich zu senden (Cybergrooming).

Mangelnde Aufklärung über körperliche Selbstbestimmung, soziale Untersicherheit und die Sehnsucht nach Nähe können das Risiko, im Netz Opfer zu werden, verstärken.

Gerade in der Pubertät - einer Zeit des Zweifelns und der Unsicherheit - können Schwierigkeiten mit dem Thema Sexualität entstehen. Die Veränderung des eigenen Körpers kann zu Problemen führen. Jugendliche sind sich immer unsicherer bezüglich ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität, auch deshalb, weil unsere Welt eine immer größere Vielzahl von bunten Möglichkeiten eröffnet. Viele wissen nicht mehr, wo und wie sie sich einordnen können, kommen auf der Suche nach Ihrer Identität ins Zweifeln. 

Sexualität betrifft nicht nur Jugendliche, sondern auch Kinder. Mir fällt auf, dass immer mehr Kinder durch Zufall im ungesicherten Internet auf pornografisches Material stoßen oder in Chatgruppen mit Pornografie konfrontiert werden. Kinder können die gesehenen Informationen nicht einordnen, reden aus Scham und Angst nicht mit den Eltern darüber oder geben sich selbst die Schuld. Für Kinder kann dies traumatisierend sein.

Pornografie stellt ein unrealistisches Bild von Sexualität dar. Der Gebrauch von pornografischem Material, der tendenziell immer früher beginnt und stetig zunimmt, kann zu großer Unsicherheit, falschen Erwartungen an Partnerschaft, Abhängigkeit, einem verzerrten Körperbild und auch zu sexuellen Entwicklungsstörungen führen.

In dieser Praxis gibt es keine Tabu-Themen!

Sexuelle Bildungsarbeit ist für mich zentraler Bestandteil meines therapeutischen Arbeitens.